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Kunst am Rhein Entlang 1914-1918

Kunst am Rhein entlang 1914-1918

In Rastatt bis zum 14. April 2024

Das deutsch-französische Historial auf dem Hartmannswillerkopf beherbergte vom 8. Juli bis zum 12. November 2023 eine außergewöhnliche Ausstellung, die den künstlerischen Blick Frankreichs und Deutschlands auf den Hartmannswillerkopf und die Vogesenfront während des Ersten Weltkriegs beleuchtete. Die Ausstellung ist nun bis zum 14. April 2024 im Wehrgeschichtlichen Museum in Rastatt zu sehen.

Der Rhein war eine Quelle der Inspiration für Künstler aus allen Bereichen. Dieser Fluss war im Laufe der Geschichte nicht nur Schauplatz zahlreicher Konflikte, sondern diente auch als Treffpunkt für die Menschen, die sich auf ihm begegneten, insbesondere in der Oberrheinregion, wo die Schweiz, Frankreich und Deutschland aufeinandertreffen.

Seit dem 19. Jahrhundert hat der Rhein in der kollektiven Vorstellungswelt Frankreichs und Deutschlands eine tiefe symbolische Bedeutung. Diese Wahrnehmung wurde durch die Nachwirkungen des Krieges von 1870 und des Frankfurter Vertrags von 1871 noch verstärkt. Für die Franzosen verkörpert der Fluss die verlorenen Provinzen und materialisiert so die "natürliche" Grenze des Landes. Für die Deutschen repräsentiert er die Wiedervereinigung der deutschsprachigen Regionen, indem er zur wichtigsten Verbindung zwischen dem linken und dem rechten Ufer wird und als Teil der "Wacht am Rhein" bewahrt werden muss.

Als der Erste Weltkrieg ausbricht, verabschiedet sich das künstlerische Schaffen allmählich von der Symbolik des Rheins und konzentriert sich mehr auf die Realitäten an der Frontlinie. Die Auseinandersetzungen fanden hauptsächlich in den Bergen, im Vogesenmassiv, statt. Jeder Aspekt der Front kann Gegenstand einer kleinen Skizze oder sogar eines aufwendigen Gemäldes sein, von den Panzerzügen hinter der Front bis hin zu den Spähern an der Front. Auch die Logistik ist geländespezifisch, und der Materialtransport muss entsprechend angepasst werden. Es werden Maultierkolonnen und sogar Seilbahnen eingesetzt. Doch unabhängig von der Beschaffenheit des Geländes war der Erste Weltkrieg mehr als nur eine Konfrontation zwischen zwei Kriegsparteien und logistischen Überlegungen.

Millionen von Kämpfern leben oder überleben zwischen den Kämpfen und können sich in den Verschnaufpausen mit verschiedenen Hobbys beschäftigen. Die Herstellung handwerklicher Gegenstände wird zu einer beliebten Aktivität, mit der man sich die Zeit vertreiben und seine Kreativität in einer oft trostlosen Umgebung zum Ausdruck bringen kann.

Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands am 11. November 1918 konzentrierte sich das künstlerische Schaffen erneut auf die Figur des Rheins und verließ nach und nach die verwüsteten Landschaften der Vogesenfront. Der Blick ist jedoch ein anderer als in der Vorkriegszeit, wie das emblematische Werk von Hansi, auf dem die Deutschen den Rhein wieder überqueren und auf das rechte Ufer zurückkehren. Der Rhein wurde damit wieder zur Grenze zwischen Frankreich und Deutschland.

Kunst am Rhein Entlang 1914-1918

Die Sonderausstellung "Kunst am Rhein 1914-1918" bietet eine bildliche Annäherung an das Elsass und die Vogesenfront während dieser entscheidenden Periode. Sie entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Deutsch-Französischen Historial de la Grande Guerre und dem Wehrgeschichtlichen Museum in Rastatt, in Partnerschaft mit deutschen und französischen Museen, darunter das Dreiländermuseum in Lörrach, das Musée de la Grande Guerre in Meaux oder das Abri-Mémoire in Uffholtz, sowie Privatpersonen.

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